Donnerstag, 22. März 2007

Namensgebung

Zur Namensgebung meiner Tochter war ein Ritual geplant, zu dem auch die Familie eingeladen war. Für uns war es das erste Mal, das wir ein Ritual in einem festgelegten Ablauf zusammen feierten, da wir bislang unsere Sabbate immer aus dem Bauch heraus begangen hatten.
Die grobe Planung für dieses ganz besondere Fest lief übers Internet, da wir alle relativ weit auseinanderwohnen, nur die letzten Feinheiten wurden vorher durchgegangen. Besondere Probleme hatten wir mit der Anrufung der Elemente, fanden aber eine Lösung, mit der alle zufrieden waren. Auch die Schwüre der Paten wurden ausformuliert.
Beteiligt waren insgesamt vier Frauen, meine Tochter und ihr Vater und wir waren alle ziemlich nervös. Mein Lebensgefährte sollte zu Hause bleiben und die Gäste zu dem Platz im Wald führen, wo wir feiern wollten. Wir anderen gingen vorher los, um dort alles vorzubereiten.
Es ist für mich ein besonderer Platz, den wir ausgewählt haben, denn dort steht eine wunderschöne große Buche, die wohl vor vielen Jahren einen mächtigen Ast verloren hat und nun wächst dort Farn und ähnliches. Ich habe eine besondere Beziehung zu ihr und sie hat mich schon vieles gelehrt. Da sie direkt an einem Weg liegt und dort ausreichend Platz ist, war von Anfang an klar: Dort wird gefeiert!
mein-baum3
An dem Platz angekommen, begrüßten wir den Baum und machten uns erst einmal mit den Gegebenheiten vertraut um dann mit einem Kompass die Himmelsrichtungen auszumachen um dort die Symbole für das jeweilige Element zu dekorieren, sowie in der Mitte einen Altar zu errichten. Zudem führte eine der Frauen ein Reinigungsritual für den Platz durch, eine andere räucherte dazu mit Salbei und die Nächste reinigte und begrüßte jeden einzelnen von uns im Namen der Göttin.
Anschließend legten wir auf der Wiese nebenan aus weißen Kieselsteinen eine Spirale aus. Dann zogen wir uns um; wir hatten alle für dieses besondere Ritual Gewänder.
Wir gingen ein Stück zurück um dort die Gäste zu empfangen und gingen dann langsam trommelnd mit diesen zu dem Ritualplatz. Zu diesem Zeitpunkt erreichte meine Nervosität den Höhepunkt.
Dort angekommen begann eine der Frauen den Kreis zu ziehen und rief mit einfachen Worten die Mächte des Nordens an. Ich folgte mit dem Osten, dann kam der Süden und zum Schluß kam der Westen. Anschließend traten wir, die Eltern mit unserer Tochter auf dem Arm in die Mitte, wir standen uns gegenüber, trugen die Kleine gemeinsam und baten Göttin und Gott in den Kreis, es war ein unheimlich tolles Gefühl. Unsere Tochter fand das alles allerdings ziemlich zum Schreien und krallte sich in meinen Haaren fest, die sie auch bis zum Schluss nicht mehr los ließ. Nun traten die Paten dazu. Wir sprachen unsere Wünsche aus, als da waren :

- Nehmt euch Zeit für unsere Tochter, denn Zeit ist ein wichtiges Gut
- Seid Vermittler zwischen ihr und uns, wenn es notwendig ist
- unterstützt sie mit eurer Weisheit und eurem Wissen
- Zeigt ihr den Weg der Göttin, helft ihr dabei, dennoch offen zu bleiben und ihr in religiösen Dingen immer die freie Wahl zu lassen, das Urteilsvermögen zu stärken
- Seid für sie da in Notfällen

Nach jedem Wunsch antworteten beide gemeinsam. Dieser Wechselgesang war unheimlich machtvoll und wunderschön.
Wir lösten den Kreis auf und begannen das Kind jedem einzelnen förmlich vorzustellen, zuerst den Paten, und dann allen anderen und jeder begrüßte sie auf dieser Welt. Dies war für unsere Gäste ein ergreifender Augenblick, einige mussten mit den Tränen kämpfen. Diese ritualisierten Worte, immer wieder dasselbe ‚dies ist unsere Tochter’ zu jedem und von jedem ein Willkommensgruß zurück, damit war sie endgültig angekommen und aufgenommen.
Zum Abschluss baten wir jeden Gast sein Wunschsymbol in der Spirale niederzulegen, denn wir hatten auf Geschenke verzichtet, sondern wollten nur, dass jeder dem Kind etwas wünscht und dafür ein Symbol mitbringt, so z.B. ein Kleeblatt für Glück oder ein Samenkorn fürs Wachstum.
Sassa - 15. Apr, 13:32

Wunschsymbole

Das mit den Wunschsymbolen war auch so eine Idee von mir, die wir bereits bei Kilians Dekate-Feier (die hellenistische Entsprechung zur Namensgebung) vor drei Jahren umgesetzt haben. Es ist wirklich eine schöne Sache, da die Gäste sich überlegen können, was für sie zu den wichtigsten Sachen/Eigenschaften im Leben zählt und dies dann dem neuen Erdenbürger gleich wünschen können. Das werden wir mit Sicherheit auch bei Helenas Dekate im Juni beibehalten.

elfenzauber - 15. Apr, 21:48

Hi Sassa

schön, dich hier zu lesen :) ja, vor allem finde ich, dass den Kinder so etwas bleibendes mitgegeben wird, was ich für wesentlicher wertvoller halte als den zigsten Strampler oder Geld fürs Sparbuch, welches dann für was auch immer ausgegeben wird und nicht unbedingt von bleibender Erinnerung ist.
Die Wunschsymbole meiner Kinder befinden sich mit ihrer Regebogenkerze, die ich fürs Fest gegossen hatte, der fürs Kind zusammengestellten Räucherung nach (Bauchgefühl im Schrank gewühlt) und einigen anderen Erinnerungsstücken in schönen Kartons und werden ab und zu zum betrachten herausgeholt. Wenn die Kinder alt genug sind bekommen sie ihre Erinnerungskästen auch :)
Bercihetst du in deinem blog über die Dekatefeier?

Steffi

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